Physiotherapie zwischen Verordnung und Evidenz

SWR Story: „Physiotherapie – Ein hinkendes System?“

Prof. Dr. Pfingsten nimmt Stellung zum Fernsehbeitrag

Der Beitrag des SWR veranschaulicht die prekäre Lage von Physiotherapeut*innen in Deutschland. Einerseits stellen Ärzt*innen Heilmittelverordnungen nach den Vorgaben des Heilmittelkatalogs aus, der nachweislich unwirksame Interventionen enthält und auf denen Therapieform, Menge und Frequenz angegeben sind. Andererseits besteht der Anspruch an die Therapie evidenzbasiert zu erfolgen.

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIwNDk4NTU

Prof. Dr. Andrea Pfingsten bekräftigt und kommentiert die Aussagen des Beitrags:

Therapieform sowie deren Frequenz und Dosierung können unter diesen Bedingungen weder am Patient*innenbedarf noch an der zur Verfügung stehenden Evidenz orientiert werden. Therapeut*innen sind jedoch bestrebt, ihre Patient*innen so effizient wie möglich zu unterstützen. Daher weichen sie häufig bei ungeeigneten Verordnungen von den Vorgaben ab, was an deren Sinnhaftigkeit zweifeln lässt.

Unklare Lösungsansätze

Lösungsansätze wie Blankoverordnung oder Direktzugang, im Rahmen derer die Entscheidung über die Therapie an Physiotherapeut*innen übergehen würde, werden in Deutschland seit Jahren diskutiert und teils getestet, ohne dass Fortschritte gemacht werden. Die Blankoverordnung ist inzwischen gesetzlich möglich, wird aber nicht umgesetzt. Der für entsprechende Regelung zuständige GKV-Spitzenverband steht für ein Interview im Rahmen des Beitrags nicht zur Verfügung und lehnt schriftlich eine Aussage zum Verhandlungsabschluss ab, erhofft diesen aber zeitnah. Was unter zeitnah zu verstehen ist, bleibt jedoch unklar.

Erik Bodendiek, Allgemeinmediziner und als Vorsitzender der Bundesärztekammer zuständig für die Physiotherapie, vertritt die Auffassung, dass die Entscheidung für Therapieform und -gestaltung bei den Ärzt*innen liegt, auch wenn diese nur in Abhängigkeit ihrer Grundausbildung dafür geeignet seien. Er befürchtet Haftungsprobleme für Ärzt*innen für die durch die Physiotherapeut*innen durchgeführte Therapie und erläutert dies mit der fehlenden Weitergabe von Diagnosen durch Ärzt*innen bei Blankoverordnungen. Gleichzeitig sieht er beispielsweise bei Arthrose und Rückenbeschwerden, Physiotherapeut*innen als die besten Ansprechpartner*innen und hierin auch eine Möglichkeit, nicht erforderliche Operationen zu vermeiden. Ob das als Stellungahme für den Direktzugang gewertet werden kann, bleibt ebenfalls offen.

Auch wenn der Fernsehbeitrag fachlich den Schwerpunkt auf die ambulante Versorgung muskuloskelettaler Beschwerden legt, obwohl Physiotherapie auch für anders verursachte herausfordernden Situationen, die Bewegung und Funktion gefährden, Kompetenzen aufweisen und in allen Settings der Gesundheitsversorgung arbeiten, zeigt er die durch das System entstehende mangelhafte Versorgung eindringlich auf.

Letztes europäisches Land

Diskutiert wird ebenfalls die Schlusslichtposition Deutschlands bei der Ausbildung von Physiotherapeut*innen. Deutschland ist das letzte europäische Land, bei dem für die Ausübung des Berufs nicht mindestens ein Bachelorabschluss erforderlich ist. Befragte Studierende erfahren ihre größeren Kompetenzen in Evidenzbasierung und Differentialdiagnostik als großen Vorteil gegenüber denjenigen, die an Berufsfachschulen ihren Berufsabschluss erlangen, was der weitaus größere Anteil ist.

Als Fazit kann gezogen werden, dass fehlende Autonomie und fehlende Vollakademisierung in Deutschland eine bestmögliche Versorgung von Patient*innen mit Physiotherapie verhindern. Es gibt keine Pläne, an diesem Zustand im Rahmen der anstehenden Neufassung des Berufsgesetzes etwas zu verändern. Auch vom Bundesministerium für Gesundheit hatte im Rahmen des Beitrags niemand Zeit, hierzu Stellung zu beziehen.

Umfrageteilnehmer*innen gesucht! – Studierendenprojekt im Rahmen von Interreg NEURO

Im Rahmen des EU Interreg NEURO Projekts befassen sich die Studierenden im achten Semester des Studiengangs Physiotherapie (B.Sc.) Sabrina Furtner, Lena Gebhard, Daniel Kaulhausen, Leonie Mangold und Sarah Petermaier mit den Länder- und Ausbildungsspezifischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Selbstwirksamkeitserwartung und Kompetenz von Physiotherapeuten aus Deutschland und Tschechien – mit Fokus auf den Bereich der Neurorehabilitation.

Sie sind Physiotherapeut*in oder grade auf dem Weg dahin? Sie absolvieren momentan ihre Ausbildung oder haben bereits ihre Ausbildung in Deutschland oder Tschechien absolviert? Dann suchen wir Sie!

Im Zeitraum vom 24. Mai bis 07. Juni wird daher zur Teilnahme an einer Umfrage aufgerufen – der Fragebogen ist unter diesem Link zu finden: https://www.soscisurvey.de/interreg2024/

Die Ergebnisse der Umfrage bieten die Chance Stärken in den verschieden Ausbildungssystemen zu identifizieren. Für das auf drei Jahre angelegte Lehrprojekt “Interreg Projekt 38 NEURO” wird somit ein Grundstein gelegt, auf dem verschieden weitere Projektgruppen aufbauen können.

Eine möglichst breite Beteiligung an der Umfrage ist daher essentiell, um belastbare Aussagen treffen zu können. An dieser Stelle daher der Aufruf zur Teilnahme – leiten sie gerne den Fragebogen auch weiter!

Eine Präsentation der Ergebnisse (15 Minuten) findet am Dienstag, den 25. Juni um 14:15 Uhr auf der öffentlichen hybriden “Crossborder Conference” in Pilsen statt. Eine Teilnahme unter diesem Link: https://cesnet.zoom.us/j/99047847393 ist kostenfrei möglich.

EU Interreg Projekt zur Neurorehabilitation – öffentliche Teilnahme an Crossborder Conference möglich

Im Rahmen des EU-geförderten Interreg NEURO Projektes präsentiert ein transnationales Team aus deutschen und tschechischen Studierenden der Physiotherapie am Dienstag, den 25. Juni, seine ersten Ergebnisse auf der öffentlichen hybriden “Crossborder Conference” in Pilsen.

Seit September 2023 kooperieren die OTH Regensburg, die Karlsuniversität und die Westböhmische Universität in Pilsen im Rahmen des Interreg NEURO Projekts, das durch die Europäische Union unterstützt wird. Ziel des Projekts, das bis September 2026 läuft, ist die Stärkung der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit in der Therapie und Rehabilitation neurologischer Erkrankungen sowie die Vermittlung evidenzbasierter Inhalte an Studierende. Durch diese Zusammenarbeit sollen internationale Teams aus Studierenden in der Neurorehabilitation ausgebildet werden, die gemeinsam forschen und voneinander lernen.

Erste Projektergebnisse werden am Dienstag, den 25. Juni, von 09:30 bis ca. 15:00 Uhr auf einer öffentlichen hybriden Konferenz präsentiert. Dank der EU-Fördermittel ist die Teilnahme kostenlos und online möglich:

Folgen Sie einfach diesem Link: https://cesnet.zoom.us/j/99047847393

Auf der Konferenz werden zusätzlich zwei Studierenden-Forschungsprojekte vorgestellt: „Einfluss von Dual-Task-Anforderungen auf die Muskelansteuerung“ und „Selbstwirksamkeitserwartung und Kompetenz – Unterschiede in der länderspezifischen Ausbildung von Physiotherapeuten“. Darüber hinaus werden sechs Fallbeispiele realer Patientinnen und Patienten aus der Neurorehabilitation nach Schlaganfall präsentiert.

Möchten Sie mehr über physiotherapeutische Ansätze in der Neurorehabilitation erfahren? Haben Sie Interesse an einem tieferen Verständnis für die Herangehensweise unserer tschechischen Kolleginnen und Kollegen? Sind Sie an interprofessionellem Austausch interessiert? Dann nehmen Sie an dieser von der EU geförderten Konferenz teil.

Es gibt auch die Option sich für spezifische Vorträge hinzuwählen, deshalb hier ein Überblick über die einzelnen Zeiten:

 

09:00 – 09:30 Uhr – Anmeldung

 

09:30 – 09:45 Uhr

Vorstellung des Projekts „Ausbildung eines multidisziplinären tschechisch-bayerischen Teams an Studierenden in der Neurorehabilitation“, BYCZ01-038

Mgr. Iva Hereitová, Mgr. Tomáš Votík, Mgr. Rita Firýtová/FZS ZČU, Johannis Mertens, M.Sc./OTH Regensburg

 

09:45 – 10:30 Uhr:

Vortrag “Spastische Lähmung”

Vortrag von Mgr. Václav Kulich – Gastdozent

Abteilung für Rehabilitationsmedizin des Klinikums und der Medizinischen Fakultät der Karls-Universität

 

10:30 – 10:45 | 10:45 – 11:00 | 11:00 – 11:15 | 11:15 – 11:30

Patientenfallbeispiele: Spastische Hemiparese

 

11:30 – 12:15 Uhr – Pause

 

12:15 – 12:30 | 12:30 – 12:45 | 12:45 – 13:00 | 13:00 – 13:15

Patientenfallbeispiele: Spastische Hemiparese

 

13:30 – 14:15 Uhr: Kinematische Analyse des Gangs nach Schlaganfall

 

14:00 – 14:15 Uhr: CMI-Einfluss von Dual-Task-Anforderungen auf die Muskelansteuerung

 

14:15 – 14:30 Uhr: Selbstwirksamkeitserwartung und Kompetenz – Unterschiede in der länderspezifischen Ausbildung von Physiotherapeuten

 

14:30 – ca. 15:00 Uhr: Abschließende Evaluation der Tschechisch-Bayerischen Studentenkonferenz zur Neurorehabilitation nach Schlaganfall 2023/2024

Mgr. Iva Hereitová, Mgr. Tomáš Votík, Mgr. Rita Firýtová/FZS, Johannis Mertens/OTH Regensburg

 

Die vollständige Einladung gibt es hier: Einladung_Crossborder_Conference

Fotos vom 3. "mit-Physio"- Netzwerktreffen. Fotos: Svenja Lausterer

3. „mit-Physio“- Netzwerktreffen

Am 23. April 2024 fand das dritte halbjährliche Treffen des Regensburger „mit-Physio“ Netzwerks statt, das sich als ein bedeutendes Forum für den Austausch zwischen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie dem Labor Physiotherapie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) etabliert hat. Diese regelmäßigen Zusammenkünfte dienen dem Zweck, die Zusammenarbeit zu fördern und die neuesten Entwicklungen in der Physiotherapie zu diskutieren. Dieses Mal lag der Fokus auf dem Thema: Behandlungsergebnisse aus Sicht der Patient*innen –  Patient Reported Outcome Measures (PROMs).

Behandlungsergebnisse aus Sicht der Patientinnen und Patienten

Patient Reported Outcome Measures sind Messinstrumente in Form von selbstberichteten Fragebögen, die den subjektiv wahrgenommenen Gesundheitszustand von Patient*innen erfassen. Diese Instrumente spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewertung von Gesundheitsergebnissen und der Vergleichbarkeit von Therapieinterventionen, da sie einen Einblick geben können, inwieweit Patient*innen nach ihrem Empfinden von der Therapie profitieren. Johannis Mertens (M.Sc.) gab zu Beginn der Veranstaltung einen umfassenden Überblick zu PROMs und deren Entwicklung im Laufe der Zeit und erläuterte, welche Akteure im Gesundheitswesen PROMs einsetzen und zu welchem Zweck sie das tun. Zusätzlich gab es für die Teilnehmenden einige Quellen und Hilfen in Form einer „Toolbox“ an die Hand, welche im Praxisalltag dabei helfen kann, passende PROMs zu finden und auszuwählen. Im Anschluss zeigte Elke Schulze (M.Sc.) die Umsetzung, den Nutzen und die Grenzen von PROMs anhand von Praxisbeispielen auf. Sie betonte ihren individuellen Nutzen, wies jedoch auch auf Herausforderungen hin, wie den Zugang zu den Fragebögen, die Auswahl geeigneter Instrumente und die zeit- und ressourcenintensive Datenerhebung und -analyse.

Austausch unter dem Motto Förderfaktoren und Barrieren 

Nach den umfassenden Informationen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in Kleingruppen auszutauschen und ihre Erfahrungen mit der Anwendung von PROMs zu teilen. Dabei wurden Förderfaktoren und Barrieren für die Anwendung im Alltag erarbeitet, was zu einem produktiven und interaktiven Austausch führte.

Gütekriterien von PROMs

Valentin Schedel (M.Sc.) schloss mit einem statistischen Blick auf die Güte von PROMs ab. Er erläuterte dabei, neben der allseits bekannten Objektivität, Reliabilität und Validität, zusätzlich statistische Kennwerte wie den Minimal Detectable Change und empirische Kennwerte wie den Minimal Clinical Important Difference (MCID), welche für die Interpretation von Veränderungen in den PROMs von entscheidender Bedeutung sind.

Wir als Labor Physiotherapie bedanken uns bei allen Teilnehmenden für das zahlreiche Erscheinen und den produktiven Austausch. Wir hoffen, Sie/euch auch bei unserem nächsten „mit-Physio“-Netzwerktreffen wieder begrüßen zu dürfen.

 

Die Präsentation zur Veranstaltung finden Sie hier: 2024-04-23_Skript-zum-mitPhysio-Netzwerk_Treffen-ohne-Fremdabbildungen

 

Fotos: Svenja Lausterer

 

Interreg Neuro – Exkursion nach Konstantinbad

Auf den Spuren der Quelle Prusík

Am 22. März 2024 begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Interreg-Projekts Neuro im Rahmen einer Exkursion in eine Rehabilitationseinrichtung nach Konstantinbad (Konstantinovy lázně), um mehr über Art und Ablauf der Rehabilitation in Tschechien zu erfahren. Konstantinbad hat eine reiche Geschichte, die bis ins Jahr 1566 zurückreicht, als die lokale Quelle mit dem damaligen Namen „Smraďák“ (Stinker) erstmals erwähnt wurde. Das Interesse an den heilenden Eigenschaften der Quellen wuchs im 18. und 19. Jahrhundert, als Fürst Konstantin Dominik Löwenstein und später eine Pilsner Gesellschaft das Gebiet erkundeten und ein Heilbad gründeten. In den folgenden Jahrzehnten erlebte Konstantinbad eine stetige Entwicklung, wobei neue Gebäude und Einrichtungen errichtet wurden, darunter ein Kurhaus, ein Schwimmbad und eine Kapelle.

Rehabilitationsansätze in Tschechien verstehen

Innerhalb der Führung durch die Praxiseinrichtung erhielten die Studierenden einen Einblick in standorttypische Verfahren der Rehabilitation, darunter elektro-, hydro- und bewegungstherapeutische Maßnahmen sowie die für Konstantinbad typischen Behandlungsmaßnahmen in Verbindung mit Kohlendioxid, wie beispielsweise nasse und trockene Kohlendioxidbäder oder die Quellgas-Insufflation, eine subkutane Injektion von Kohlendioxid. Dies ermöglichte es den Studierenden der Partneruniversitäten, einen Einblick in Überschneidungen und länderspezifische Unterschiede in Bezug auf Rehabilitationsmaßnahmen sowie in das öffentliche Gesundheitssystem der Tschechischen Republik zu erlangen.

 

Fotos: Iva Hereitova

Berufe.TV dreht an der OTH Regensburg

Am Samstag, den 06. April, hatten wir die Ehre, dem Format „Berufe.TV“ als Vorzeige-Institution für die hochschulische Ausbildung in der Physiotherapie zur Verfügung zu stehen. Das Team, das im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit über 300 Studiengänge und Ausbildungsberufe porträtiert, verbrachte einen ganzen Drehtag mit uns.

Frau Professorin Pfingsten sowie drei Student*innen des achten Semesters im Studiengang Physiotherapie standen in Interviews Rede und Antwort und zeigten in Aktion, was es bedeutet, das Privileg zu haben, an der OTH zu studieren.

Neben Demonstrationen zur Elektromyographie und Motion-Capture-3D-Modeling im Labor durften wir in der Praxis „Sporting Spine“ die Reflexion eines trainingstherapeutischen Fallbeispiels simulieren.

Im persönlichen Gespräch haben Professorin Pfingsten und die Studierenden den Mehrwert des Studiums hervorgehoben, der sich im praktischen Alltag bewährt.

Sie sind neugierig geworden? Der ganze Beitrag ist ab spätestens August unter https://web.arbeitsagentur.de/berufetv/start zu finden.

 

Foto: Valentin Schedel

Einführung im Labor Physiotherapie an OTH Regensburg

Im Labor für Physiotherapie an der OTH Regensburg hat Sicherheit oberste Priorität! Im Rahmen der Durchführung ihrer Forschungsprojekte im 8. Semester des Bachelorstudiengangs werden die Studierenden in das Labor für Physiotherapie eingeführt. Beginnend mit ersten Projektideen durchlaufen sie im Laufe des Sommersemesters alle Phasen eines Forschungsvorhabens. In diesem Jahr drehen sich die Themen um Neurorehabilitation, EMG-Messungen, Fußdynamik und Schmerzedukation.

Zunächst sollen sich die Studierenden mit der Laborordnung vertraut machen, die Sicherheitsunterweisung durchlaufen und einen dazugehörigen Test bestehen. Anschließend können sie mit Gruppenprojekten im Labor beginnen. Die Ergebnisse werden in Form von wissenschaftlichen Postern und Abschlusspräsentationen präsentiert. Wir sind unglaublich gespannt auf die Ergebnisse!

3. „mit Physio“ Netzwerk-Treffen

Physiotherapie-Netzwerk-Treffen in Regensburg

Wir laden ein, zum 3. Treffen unseres Physiotherapie-Netzwerks „mit Physio“ in der Region Regensburg. Unser nächstes Treffen mit Fortbildung und Diskussion findet am Dienstag, den 23. April 2024, von 18:00 bis 20:00 Uhr im Hörsaal des Biopark I (Erdgeschoss links), Am Biopark 9, 93053 Regensburg, statt. Das Thema der Veranstaltung lautet: Behandlungsergebnisse aus Sicht der Patientinnen & Patienten messen – Patient-Reported-Outcome-Measurements (PROMs)

Für die Veranstaltung werden 2 Fortbildungspunkte vergeben. Mit dem folgenden Link kommen Sie zur Veranstaltung: https://www.eventbrite.com/e/behandlungsergebnisse-aus-patientinnen-sicht-patient-reported-outcomes-tickets-846864583767?aff=ebdsoporgprofile

Ob Forschung oder Praxis – mit der Physiotherapie, das ist die Vision des „mit Physio“ Netzwerks.

Gemeinsam mit Ihnen & dem Labor Physiotherapie

In unserer Frühjahrsveranstaltung wollen wir auf die Erfassung von Behandlungsergebnissen aus der Perspektive unserer Patientinnen und Patienten und damit auf die „Patient-Reported-Outcome-Measurements (PROMs), eingehen. Schon seit langem finden die nummerische oder visuelle Analogskala zur Messung von Veränderungen der Schmerzen im Therapieverlauf ihre Anwendung. Mittlerweile existieren auch zahlreiche Fragebögen, mit denen wir unter Einbeziehung der Patientinnen und Patienten die Erfolge in der Therapie messen können. Zur Thematik sind drei Kurzvorträge auf der Agenda. Darüber hinaus wollen wir mit Ihnen u.a. anhand von Beispielfragebögen, deren Nutzen, Praktikabilität und Zuverlässigkeit diskutieren:

  1. Überblick zu PROMs in der Physiotherapiepraxis – Welche Patient*innen-Fragebögen sind wann einzusetzen und wie sind sie zugänglich? Referent: Johannis Mertens; PT M.Sc. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der OTH Regensburg und Spezialist in der Neurorehabilitation
  2. Umsetzung, Nutzen und Grenzen von PROMs – Was spricht für bzw. gegen den Einsatz in der Physiotherapiepraxis? Referentin: Elke Schulze; PT M.Sc. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der OTH Regensburg und Praxisinhaberin
  3. Gütekriterien der PROMs – Wie zuverlässig sind die Patient*innen-Fragebögen in ihren Ergebnisaussagen? Referent: Valentin Schedel; PT M.Sc. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der OTH Regensburg und angestellter Physiotherapeut in einer Praxis

Lassen Sie uns weiter daran arbeiten, die evidenzbasierte Physiotherapie voranzubringen. Schlagen wir gemeinsam Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis.

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung bis zum 16. April 2024!

Prof. Dr. Andrea Pfingsten und das Team des Labors Physiotherapie, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften

Videoshooting für myReha-digital

Das Projekt myReha-digital ist ein sektorenübergreifendes Verbundprojekt zur Entwicklung eines interaktiven, individuell steuerbaren Rehabilitationssystems nach Kniegelenksersatz. Prof. Dr. Andrea Pfingsten und Valentin Schedel, M.Sc. aus dem Labor Physiotherapie gehören mit zum Forschenden-Team der OTH Regensburg. Gefördert ist das Projekt durch den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

 

Arbeiten im Verbund in MyReha-digital

Ein sektorenübergreifendes Verbundprojekt wie MyReha-digital zeichnet sich durch Vielfältigkeit der Verbundpartner aus. Die Linova Software GmbH hat bereits Erfahrung in der Entwicklung von medizinischen Anwendungen, die erfolgreich am Markt Einsatz finden.

Im Forschungsprojekt fällt ihnen die Aufgabe der Programmierung des Front- und Backends für die spätere App-Anwendung zu. Zur Entwicklung des Frontends konnte nun in Zusammenarbeit mit dem Labor für Physiotherapie und der OPED GmbH ein weiterer Schritt abgeschlossen werden.

Videodreh für MyReha-digital

Ein zentraler Baustein für eine digitale Reha-Steuerung ist ein ansprechendes und präzises Konzept zur Vermittlung von Reha-Übungen. Wir haben uns dazu entschieden hierfür in einem ersten Schritt Videos zu nutzen, um eine ideale Vermittlung der exakten Übungsdurchführung zu gewährleisten.

Das Labor Physiotherapie hat dafür seine fachliche Expertise eingebracht. Einerseits zur korrekten Übungsdurchführung und andererseits, um die Perspektive der späteren Anwender:innen bestmöglich miteinzubeziehen.

Herausforderungen für die Physiotherapie

Die Arbeit am einem Film-Set ist für Physiotherapeut:innen nicht alltäglich. Diese neue Arbeitsumgebung stellte also eine Herausforderung dar. Es ist schön zu sehen, wie man eigene Vorstellungen zur Abbildung von Übungen graphisch umsetzen kann und welche Rolle Perspektiven, Licht und viele andere Aspekte spielen. Ich freue mich auf die Arbeit in der Postproduktion.

Fotos: Linova GmbH

Erfolgreicher Halbzeit-Meilenstein für myReha-digital

Anerkennung für erste Teilergebnisse der innovativen Reha-Steuerung

Nach eineinhalb Jahren Projektlaufzeit fand am 12.12.2023 das Halbzeit-Meilenstein Meeting aller Verbundpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft im Projekt myReha-digital in der Firmenzentrale der OPED GmbH in Valley statt.

Zweck des Meetings war die Präsentation der Teilergebnisse und der laufenden Prozesse vor dem Projektträger Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Diese Aufgabe hat das Projektteam mit Bravour bestanden und mit Anerkennung eine ad hoc Abnahme der Halbzeit-Meilensteine durch die Vertreterinnen und Vertreter des Projektträgers erreicht.

Fortschritt für Rehabilitation nach Kniegelenksersatz 

Das Ziel des Projekts ist es zu erforschen, ob und wie sich ein Rehabilitationssystem, das über die sensorische Erfassung des individuellen Fortschritts der motorischen Fähigkeiten der Patient*innen gesteuert wird, für Patient*innen nach Implantation von Kniegelenksersatz realisieren lässt.

Wir vom Labor Physiotherapie am Regensburg Center of Heath Sciences and Technology (RCHST) sind begeistert von den Möglichkeiten, die sich durch diese Innovation eröffnen, und sind entschlossen, unsere Vision einer modernen, individuell ausgerichteten und digitalen Rehabilitation weiter voranzutreiben.

Diesen Bericht hat Valentin Schedel, MSc und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der OTH Regensburg erstellt.